Der Geist der Weihnacht…­čÄä

Am Ende jeden Jahres f├Ąllt mir auf, dass ich zu keiner Zeit gr├Â├čeren Stress habe, als zur Weihnachtszeit. Und obwohl ich mir sp├Ątestes ab dem 20.12. w├╝nsche, die Tage m├Âgen doch bitte achtundvierzig Stunden haben, um alles zu besorgen und zu organisieren, was n├Âtig, verschwindet eines niemals aus meinem Gesicht – das L├Ącheln. Warum ist das so? Ich sollte doch m├╝de dreinblicken, schlecht gelaunt sein, gereizt, genervt und ersch├Âpft wirken. Was ist falsch mit mir?
Ich habe gelesen, dass ein ber├╝hmter Stressforscher (mega Beruf) gesagt hat, Stress sei die W├╝rze des Lebens. Nat├╝rlich nicht jeder x-beliebige, sondern nur einer, der positive! Eustress, nennt man diese gute Form von Stress, die uns zwar extrem fordert, aber f├╝r etwas, dass wir lieben. Die Vorsilbe ÔÇ×EuÔÇť kommt aus dem Griechischen und bedeutet ÔÇ×gutÔÇť. Weihnachten stresst mich also, aber das tut mir gut.
Heute, am Weihnachtsmorgen, ist unsere kleine Katze Suzi gestorben, sie ist leider nicht sehr alt geworden und war das Haustier unserer j├╝ngeren Tochter. Das Fest der Liebe und der Freude wurde j├Ąh und unerwartet zu einem Trauertag. Eigentlich w├Ąren noch ein paar letzte Eink├Ąufe zu erledigen gewesen, aber so unternahmen wir zur Ablenkung f├╝r uns alle, aber vor allem f├╝r unsere Kleine, eine Fahrradtour. Sie selbst hat sich das gew├╝nscht. Die Bewegung an der kalten Luft und die damit verbundene Anstrengung hat uns allen geholfen, nicht mehr ganz so traurig zu sein. Schon auf dem R├╝ckweg wurde klar, dass der nahende Ladenschluss alle Chancen, doch noch einzukaufen, zunichte machten w├╝rde. So haben wir notgedrungen ein paar Anrufe an unsere Familie und Freunde gestartet.
Wer Zeit hatte, kam vorbei, brachte mit, was zu Hause entbehrlich war, setzte sich zu uns um unseren alten, gro├čen Holztisch und blieb l├Ąnger, als geplant. Wir schauten Bilder von Suzi an und redeten ├╝ber die sch├Âne Zeit, die wir mit Ihr hatten. Am Ende blieb so viel Essen und Trinken┬á ├╝brig, dass wir wahrscheinlich bis Silvester noch davon zehren k├Ânnen. Mir wurde wieder einmal klar, worauf es zu Weihnachten wirklich ankommt. Nicht um teure oder exklusive Geschenke, den Jahrhundert-Wein und auch nicht um die Weihnachtsgans in Rekordgr├Â├če.┬á
Auch selbstgemachte Limonade, Bockw├╝rstchen und Kartoffelsalat geben ein herrliches Festmahl, wenn man es mit der richtigen Menschen teilt. Wenn ein guter Geist durch die Gespr├Ąche weht und man beieinander ist, wenn mehrere Generationen zusammenkommen und es die selbstverst├Ąndlichste Sache der Welt ist.┬á
Zu Weihnachten funkelt und leuchtet es ├╝berall, es gibt schon eine Menge Lametta und Bling-Bling, aber das Leben ist nichts f├╝r Feiglinge. Wirklich stark, ist man nur in einer guten Gemeinschaft. Ich bin sehr dankbar f├╝r meine wunderbaren Eltern, die mir so viel Liebe gegeben haben, dankbar f├╝r den besten Mann der Welt, meinen Jani, der nebenbei auch noch ein Superpapa ist. Ich bin unendlich dankbar f├╝r meine beiden gesunden und einzigartigen Kinder, dankbar f├╝r unsere tollen Hunde und die eine, uns noch gebliebene Katze, die alle zu unserer Familie geh├Âren. Und f├╝r die kurze Zeit mit unserer Suzi bin ich dankbar. Der Tag lief anders, als geplant, weil sie starb. Vielleicht denken jetzt einige, hey, es war nur ne Katze, nun lass mal die Kirche im Dorf, sowas passiert halt. Ja sie war unsere Katze und wegen ihr wurde die dieser Tag erst zu einem der traurigsten des letzten Jahres, aber dann auch zu einem der sch├Ânsten.
Ich bin dankbar f├╝r meine Familie & Freunde, die gelassen, treu und voller Liebe meine St├Ąrken und auch meine Schrullen ertragen.
Ich liebe Weihnachten und den Eustress, den es ausl├Âst. Ich w├╝nsche Euch alle eine gesegnete und gl├╝ckliche Zeit,┬á
Eure Anna